Monday, November 24, 2008

Nach 2 Wochen

sitze nun hier mit einer Flasche Pisco (ich sag nich, was das ist, müsst ihr selbst nachschaun, aber lecker), hatte leichte Magenprobleme und dachte ein Schnaps tut nicht schlecht und schreibe ein paar Zeilen, bevor es ins Bett geht.

Ich war letzte Woche 4 Tage im Gelände, um alles mal ein bisschen genauer anzuschaun, mit Machete, Sonnenschutz und was man so braucht. Ist schon so ein bisschen Abenteuerfeeling, wie Indiana Jones, unbekanntes Land, was noch keiner zuvor betreten hat... mit so einer Machete bekommt man eine ganz andere Einstellung und Empfindung, ist einfach abgefahren wenn du in deinem kleinen Gebiet von 600 m Länge und etwa 250 m Breite auf der Suche nach dem Bach auf einen Wasserfall stösst, mitten im Dickicht eine kleine Oase. Obwohl das Gebiet sehr klein ist, ist es doch sehr vielfältig. Im oberen Teil des Pinos (Kiefernwald, ich hab gar keinen Eukalyptos) kommen abends die ganzen Vogelspinnen auf, welche wohl auch nach Europa exportiert werden. Unglaublich viele davon, grosse kleine, beim paaren, irgendwann läuft man nur noch vorbei, nein - sie sind alle samt ungefährlich, es gibt auch nur die eine Art. Dann findet man immer wieder weisse Spuren, welche auf die Überreste von etwa 7 cm grossen Käfern zu führen sind, welche von kleinen weissen Larven bei lebendigem Leibe aufgefressen werden (ich zeige hier lieber keine Bilder). Echt krass, der eine ist rumgekrabbelt ohne Anzeichen auf Müdigkeit, ich hab ihn zufällig umgedreht, da an ihm ein kleines Stöckchen hing, was ich entfernen wollte, und siehe da, der war vollkommen ausgehölt. Man konnte praktisch durch ihn durchschaun, da nachdem ich ihm den Kopf abgetrennt hatte das Licht durchkam (ich weiss jetzt nicht, ob das typisch Geoökologe ist, war aber spannend). Totkriegen konnte man den auch nicht, der abgetrennte Kopf hat sich mit seinen Klingen noch tapfer an mein Stöcken gehalten, und das Hinterteil ist munter weitergekrabbelt. Ich musste dann zu härteren Massnahmen greifen, aber echt tapfer so ein hohles Ding. Na ja, schon exotisch. Auf der anderen Seite gibt es einen kleinen Flieger, der immer so 20 bis 50 cm über dem Boden durch den Wald fliegt, überall die ganze Zeit, aber irgendwie ist der recht träge, na ja und ab und zu fliegt der halt gegen dein Bein. Lustige Dinger. Dann gibt es noch viele Greifvögel, und auch sonst Vögel, welche dir den Tag mit süssen Tönen versüssen ;-)

Auch sonst ein Gebiet, wie es bei uns nicht allzu häufig existiert, da diese Küstenkorillere schon so verdammt alt ist, sind die Böden in der Regel an die 20 m oder mehr mächtig. Habt ihr schon mal Granit mit der Hand zerdrückt?
Hier ein Video:


Auch ist es so trocken, das alles Holz, was schon ein bisschen länger rum liegt, quasi bei der leichtesten Berührung zerbricht. Die Baumstümpfe zerbröseln ebenso wie der Granit, sobald man sich drauf stellt. Muss man also aufpassen, und ab und an sitzt auch eine Spinne im Stumpf.

Wir haben bis jetzt eine grobe Kartierung vorgenommen, und werden das nächste mal mit einem GPS die einzelnen Einheiten(Böden, Vegetation) vermessen, um sie später ins Modell zu übertragen.

Am Wochenende war ich dann in Puerto Montt, einer Hafenstadt 3 Stunden mit dem Bus enfernt, für 6 Euros die Strecke. Schöne Lage, in Quasi einer Bucht von Wasser umgeben, dahinter die Vulkane. Aber man muss bedenken, dass ich im Sommer hier bin, ich glaube auf Winter hätte ich keine Lust, ständig Regen (1800 mm im Jahr, bei uns sind es je nachdem etwa 600 mm), grau und nicht wirklich warm. Hier gibt es auch eine Art Torfschicht, in der Baumstümpfe, bzw. ganze Bäume noch komplett erhalten sind, also ob sie gestern hier abgelagert wurden.
und direkt noch ein Bild vom Alt Neu Gegensatz:

und noch ein Abschlussbild, weil es so schön ist, und ihr euch tapfer gehalten habt, ich hoffe ich habe diese Käfer Geschichte nicht zu bildlich dargestellt, sonst warne ich nächstes mal vor.
Gute Nacht für diesmal, nächstes mal erzähle ich was über Kaufhäuser :-)

1 comment:

Die Edelfedern said...

Hey, ich glaub ich hab im Januar doch keine Zeit... Erzähl uns doch keine Gruselmärchen, du Vogel! Wer will dich dann noch besuchen? Aber sehr interessant. Weitermachen. Grüße